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Mutterhausdiakonie

Die Gemeinschaft

 

Die Schwestern- und Bruderschaften haben heute eine vielfältige Gestalt. Neben den Diakonissengemeinschaften gab es bereits seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts Diakonische Schwesternschaften. Sie alle waren in der Regel an ihrer Tracht erkennbar.

 

In Witten öffnete sich die Diakonissenschwesternschaft für verheiratete Frauen und stellte statt der Lebensform die theologisch - diakonische Weiterbildung als Charakteristikum in den Vordergrund. In Kaiserswerth und Bielefeld schlossen sich Diakonissen alter und neuer Form bzw. Diakonissen und Diakonische Schwestern zu neuen Gemeinschaften zusammen. Mehrere Traditionen mit recht unterschiedlichen Kulturen sind dadurch zusammengewachsen. Es gibt weiterhin (meist ältere) Schwestern, die ihre genossenschaftliche Lebensform als Diakonissen nach ursprünglicher Art bewahren. Es gibt andere, die wirtschaftlich unabhängig sind, teilweise Ehepartner und Kinder haben. Viele von ihnen sind in den traditionellen diakonischen Arbeitsfeldern, in Pflege, Gemeinde und Ausbildung tätig. Durch die Öffnung der Gemeinschaften gibt es aber auch Schwestern, die ihr Geld als Finanzbeamtin, Hauswirtschafterin oder Journalistin verdienen. Sie alle eint der christliche Glaube und das diakonische Engagement in Haupt- oder Ehrenamt.

 

Andere Entwicklung gab es z.B. in den Ev.-Luth. Diakonissenanstalten Flensburg, Dresden, Niesky und Dessau. Dort haben sich Diakonische Schwesternschaften schon vor längerer Zeit auch für Männer geöffnet. Während früher ausschließlich Frauen in Pflegberufen Mitglieder werden konnten, haben auch Männer und Interessierte aus anderen Berufsgruppen die Möglichkeit, aufgenommen zu werden. In der jüngeren Vergangenheit gab es in diesen Häusern Zusammenschlüsse von Diakonissen, Diakonischen Schwestern- und Bruderschaften sowie Mitarbeitenden zu Diakonischen Gemeinschaften. Diakonissen sind heute in diesen Gemeinschaften in der Minderheit und haben mit ihrer Form der Lebensgemeinschaft dort ebenso Platz wie Familien oder Mitglieder, die in anderen Beziehungen leben. Sie alle finden in der Diakonischen Gemeinschaft Nahrung für ihre Seele und Kraft für ihre Arbeit.

 

Kaiserswerther Verband

 

„Typisch Kaiserswerth ist, es, dass der Fokus auf der sozialen Arbeit liegt, dass wirkungskräftige Geschichte erinnert und vom Glauben erzählt wird, dass es Rituale gibt, die das Leben und die Arbeit prägen, dass die Identität durch den Bezug auf die Tradition gesichert wird. Kern der Kaiserswerther Unternehmenskultur ist eine nüchterne, am Tun orientierte Frömmigkeit, die zu einem Leben der Tat anleitet. Diakonie geschieht im Alltag."

 

Der Kaiserswerther Verband deutscher Diakonissen-Mutterhäuser, zu dem auch die Anhaltische Diakonissenanstalt in Dessau gehört, ist eine Dachorganisation, in der sich ca. 70 Diakonissenmutterhäuser und Diakoniewerke in Deutschland zusammengeschlossen haben. Gegründet wurde der Verband 1916. Achtzig Jahre zuvor hatten Theodor und Friederike Fliedner 1836 in Kaiserswerth das erste Diakonissenhaus ins Leben gerufen, nach dessen Vorbild in den folgenden Jahrzehnten zahlreiche vergleichbare Einrichtungen in Deutschland, Europa und auf anderen Kontinenten entstanden. Auf internationaler Ebene haben sich diese Diakonissenhäuser bereits 1861 zur Kaiserwerther Generalkonferenz zusammengeschlossen.

 

Insgesamt sind in den Mitgliedseinrichtungen ca. 50.000 Mitarbeitende (davon ca. 1600 Diakonissen und 3000 Diakonische Schwestern und Brüdern, Stand 31.12.2012) beschäftigt.

 

Der Kaiserswerther Verband steht seinen Mitgliedern und insbesondere deren Gemeinschaften beratend und begleitend zur Seite. Er fördert Diakonie in Gemeinschaft und schafft Möglichkeiten zum Austausch sowohl für Führungskräfte als auch für Mitarbeitende und Auszubildende. So bietet er z.B. geistliche und fachliche Fortbildung in den jährlichen Treffen für Oberinnen, Vorsteher/innen und Verwaltungsdirektoren an.

Daneben unterstützt der Verband auch die Vernetzung zwischen Mitarbeitenden der mittleren Leitungsebene, z.B. durch Tagungen für Schulleitungen oder Studienfahrten für Mitarbeitende.

Der Kaiserswerther Verband fördert ebenso Angebote zur Verbesserung der diakonischen Kompetenz von Mitgliedern der Gemeinschaften und Mitarbeitenden in den Mitgliedseinrichtungen. Das mit anderen Verbänden im Diakonat (ViD) gemeinsam entwickelte Papier zu „Bildungswegen im Diakonat" und der „Basiskurs Diakonie" sind Grundlagen dazu. Dem Verband ist die Vermittlung der diakonischen Tradition, ihre Weiterentwicklung und die Weitergabe des christlichen Glaubens in der Diakonie ein wichtiges Anliegen.

Quelle: Kaiserswerther Verbandes deutsche Diakonissen-Mutterhäuser e.V.: S. Esther Selle (Vorstandsvorsitzende)