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Freitag, 10. September 2010
 
 
Tag der offenen Tür im Marienheim PDF Drucken E-Mail

In der Gemeinschaft zu mehr Lebensqualität
Tag der offenen Tür am Donnerstag, 30. April, 15 bis 18 Uhr
im Altenpflegeheim der Anhaltischen Diakonissenanstalt

27. April 2009 - DESSAU (ada).

Mehr Gemeinsamkeit bestimmt seit Monatsbeginn
den Alltag der Bewohner im Marienheim. Über die Hälfte aller Frauen und Männer
gestaltet ihren Lebensabend seither in der neuen Tagesbetreuung des Alten- und
Pflegeheims der Anhaltischen Diakonissenanstalt (ADA). Anlässlich der Umstrukturierung
laden ADA-Vorstand und Heimleitung alle Angehörigen, Freunde und Interessierten
zum Tag der offenen Tür in die Oechelhäuserstraße 22. Am kommenden
Donnerstag, 30. April, stehen bis 18 Uhr gesellige Angebote und ungezwungenes
Beisammensein mit Heimbewohnern und Mitarbeitern auf dem Programm. ADAPfarrer
und Vorsteher Andreas Polzin spricht zur feierlichen Eröffnung um 15 Uhr, für
musikalische Umrahmung und kleine Erfrischungen wird gesorgt.

„Mobile demenzerkrankte Menschen sind die große Pflegeherausforderung
unserer Zeit."
Seit Anfang April können sich alle Bewohner je nach Vorlieben und Fähigkeiten im
Erdgeschoss des Alten- und Pflegeheims aufhalten: den ganzen Tag, bei allen Mahlzeiten
und mit gewohnter professioneller Versorgung. Die neue Tagesbetreuung bietet
Zusammensein, Anregung, Geselligkeit und Austausch. Damit können sogar
Schwerstkranke am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Auch demenziell erkrankte
Heimbewohner reagierten wacher, beobachtet Antje Thomas. Eine Spezialeinrichtung
für demenziell Erkrankte, betont die Heimleiterin, sei das Marienheim aber nicht:
„Als einzige kirchliche Einrichtung für die Altenpflege im Großraum Dessau wollen wir
allen Betroffenen gleich gute Fürsorge angedeihen lassen."
Nach zweijähriger Planung im Rahmen einer Projektgruppe wurde aus dem Aufenthaltsraum
im Erdgeschoss des Marienheims zunächst die ehemalige Wäscherei
ausgelagert. Die bereits vorhandene hochwertige Küche wird nun als Therapieküche
genutzt. Zehn nagelneue Liegesessel ermöglichen es Pflegebedürftigen, ihren Mittagsschlaf
in der Tagesbetreuung zu halten. Die Mittelfußtische sind trapezförmig
angeordnet und damit rollstuhlgerecht von allen Seiten zugänglich. Mit dem hochmodernen
Deckenlift können auch Schwerstpflegefälle vor Ort versorgt werden. Zu 40
Prozent beteiligte sich die ARD-Fernsehlotterie/Ein Platz an der Sonne über die Stiftung
Deutsches Hilfswerk an den Gesamtkosten in Höhe von mehr als 60 000 Euro.
Für die meisten Heimbewohner bedeutet die Tagesbetreuung nicht nur mehr Gemeinschaft,
sondern auch mehr Selbstbestimmung und Eigenverantwortung. Auch
für die bis zu 30 Mitarbeiter im Marienheim sind Veränderungen spürbar. Die Arbeit
der Pflegeassistentinnen auf den Stationen wird aufgewertet, die körperliche und
nervliche Belastung nimmt ab.
Mit der Neuorganisation des Alltags im Marienheim reagiert die ADA nicht zuletzt auf
gesellschaftliche Entwicklungen, die Antje Thomas „die zweite Wende" in der Pflege
nennt. Seit etwa zweieinhalb Jahren würden mehr Patienten, die im Rahmen der
zweiten Pflegestufe versorgt werden, zu Hause betreut. „Die häusliche Pflege nimmt
wieder zu, das ist ein gutes Zeichen", wertet die Expertin. Im Heim wohnten nun
mehr Demenzerkrankte und Schwerstpflegefälle.
Nach den ersten Wochen im Testbetrieb hat die Heimleiterin „ein gutes Gefühl".
Denn „demenziell erkrankte und zugleich mobile alte Menschen sind die große Pflegeherausforderung
unserer Zeit."

 
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