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Blätter aus der
Anhaltischen-Diakonissen-Anstalt und
dem Diakonissenkrankenhaus Dessau
an ihre Schwestern - Mitarbeiter - Freunde
30. Fortsetzung, Pfingsten 2008
„Ich will nicht nur im Geist beten, sondern auch mit dem Verstand"
(Monatsspruch für Mai: 1.Kor.14,15)
Liebe Freunde unseres Hauses,
Liebe Schwestern und Brüder!
Gibt es einen Monat im Jahr, der so unsere Sinne anspricht wie der Mai mit all seiner Blütenpracht, seinen Farben und Düften? Offensichtlich nicht, hätte er sonst den Beinamen „Wonnemonat"? Was uns die Natur in diesen Frühlingstagen beschert, begeistert uns. Es hat eher mit Gefühl als mit Verstand zu tun. Geist und Verstand sind ein ungleiches Paar.
Der Monat Mai begann in diesem Jahr mit einem kirchlichen Feiertag - dem der Himmelfahrt Christi. An den Bildern, die versuchen, dieses Geschehen festzuhalten, sehen wir die Grenzen menschlicher Vorstellungskraft und Ausdrucksweise. Mit Phantasie und handwerklichem Können deuten die Künstler, was uns die Evangelisten über das Handeln Gottes an seinem Sohn mitteilen. Himmelfahrt zu erklären, bleibt dennoch im sprachlichen Versuch stecken, ein Geheimnis, das sich unserem Denken und Reden entzieht.
„Gott holt seinen Sohn zu sich und gibt uns mit ihm Anteil an Unvergänglichkeit und Fülle." - ist das zu verstehen?
Der Wunsch ist immer in uns: begreifen, verstehen, anfassen, benennen zu können, denn so eignen wir uns etwas an. Worte und Formulierungen finden, logische Satzfolgen bilden, so teilen wir uns mit. Himmelfahrt und Pfingsten versammeln wir uns wieder zu Gottesdiensten, zum Beten, Singen und Hören.
Werden sie wieder in uns miteinander streiten, Geist und Verstand? Oder sind sie gerade dann miteinander vereint?
Paulus spricht mit dem Wort an die Korinther, das uns als Monatsspruch durch den Mai begleitet, genau dieses Problem an. Da gibt es Gemeindeglieder, die auf eine besondere Weise beten, sie benutzen die Gabe des Zungenredens, das anderen, die diese Gabe nicht haben, unverständliches Lallen bleiben muss. Obwohl Paulus diese Gabe selber besitzt, tritt er doch hier ein für deutliche, klare Worte, damit die Gemeinde vereint und gestärkt Gott loben und preisen kann. Ermahnen, trösten, aufbauen, unterweisen - das ist dem Apostel wichtig.
Deshalb liegt ihm nicht an Selbsterbauung, sondern an einladenden Worten, die von anderen angenommen werden können.
„Schenke uns von deiner Liebe, die vertraut und die vergibt.
Alle sprechen eine Sprache, wenn ein Mensch den andern liebt." heißt es in einem der neueren Pfingstlieder. Das ist auch unsere Bitte für alle, die uns verbunden sind im Vertrauen in Gottes Kraft und in der Gewissheit seiner Gegenwart.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein gesegnetes Miteinander mit Geist und Verstand zum Lobe Gottes!
Ihre S. Hella Frohnsdorf, Oberin
Die Anhaltische Diakonissenanstalt gibt es nunmehr seit 114 Jahren. Da bleibt eins nicht aus: Die älter werdende Schwesternschaft im Mutterhaus erfährt in heutiger Zeit manche Veränderung um sich her. So wurde in diesem Jahr nicht nur für die Postfächer ein neuer Standort gefunden, sondern auch der alte Zeitungskasten vom Tor 4 entfernt und durch einen neuen am Mutterhaus ersetzt. Äußerlichkeiten - mag man denken, aber solche Ablösungen und Veränderungen im Umfeld lassen uns im Innersten auch über unser eigenes Altwerden nachdenken, über Freiheiten und Grenzen, Möglichkeiten und Wünsche im Alter.
Mir fiel dabei wieder die Geschichte von Franz Hohler ein, die davon erzählt, dass man auch im Alter noch Wünsche haben darf und sie sich manchmal sogar erfüllen:
Der Briefkasten
< „ Ich möchte gern ein Rennrad sein", sagte der Briefkasten zum Gartentor, „und durch weite Ebenen flitzen und hohe Pässe bezwingen."
„Du mit deinen Wünschen", krächzte das Gartentor, „ dabei entsprichst du nicht einmal den neuen Vorschriften der Post".
„Wünschen kann man immer", sagte der Briefkasten nur und schluckte weiterhin Rechnungen, Zeitschriften, Prospekte und Postkarten.
Wenig später wurde er abgeschraubt und durch einen neuen ersetzt. Man schmolz ihn ein, und zusammen mit alten Metallstühlen, zerrissenen Drahtgittern und krummen Schraubenziehern wurde er zu Leichtstahl verarbeitet. Er kam in eine Rennradfabrik, und bald darauf flitzte er durch die weite Ebene, bezwang hohe Pässe und konnte kaum glauben, dass er jahrelang am selben Ort gestanden hatte und jeden Tag an der Post fast erstickt war.>
(Die Karawane am Boden des Milchkrugs, tb Sammlung Luchterhand, 2003)
Vieles halten wir nicht mehr für möglich und rechnen deshalb auch nicht mehr damit. Vernünftig ist das. Daneben gibt es doch aber auch zum Glück immer noch das Staunen und die freudigen Überraschungen über die eigenen Wege und das von uns nicht vorhersehbare Handeln Gottes. Entdecken Sie Ihr eigenes „Postkastenerlebnis"!
Aus den Diakonischen Gemeinschaften:
Am 16.01.08 haben wir im großen Kreis ihrer Familie und Freunde Abschied genommen von unserer Schwester, der
Diakonisse Renate Lange, die im Alter von 89 Jahren am 10.01.08 heimgerufen worden ist.
S. Renates Wirkungsfeld war bis zu ihrem Ruhestand vor allem das „Kanzler von Pfau'sche Stift" in Bernburg.
Ihrer und aller Schwestern, die uns vorausgegangen sind, haben wir, wie es üblich ist, am Schwesternfest mit einer Andacht an den Gräbern gedacht.
Grund zum Loben und Danken hatten wir mit den diesjährigen Jubilarinnen, deren Einsegnung sich in besonderer Weise jährte:
- S.Margot Gaupner - 40 Jahre Diakonisse
- S. Margarete Richardt - 35 Jahre Diakonisse
- S.Inge Kotsch - 35 Jahre Diakonische Schwester
- S.Karla Ullrich - 30 Jahre Diakonische Schwester
Dem Fest ging eine mehrtägige Rüstzeit voraus, in der wir auch das Martinszentrum in Bernburg besuchten. Ein besonderer Dank gilt Herrn Pfarrer Polzin und Herrn Pfarrer Günther für die Bibelarbeiten.
In die Diakonische Schwesternschaft wurden aufgenommen:
- S. Angela Müller
- S. Klaudia Nietz
In die Diakonische Mitarbeiterschaft:
Damit leben Diakonie in Gemeinschaft jetzt 14 Diakonissen, 11 Diakonische Schwestern und 19 Diakonische Mitarbeiter.
Frühlingsfest der evangelischen Grundschule
„Komm, lieber Mai und mache..." - unter diesem Motto feierten die Kinder und Erzieherinnen des Hortes an der evangelischen Grundschule gemeinsam mit den Großeltern ihr Frühlingsfest. Viele waren der Einladung gefolgt und erfreuten sich an dem bunten Programm: Die Kinder musizierten, tanzten, sangen Lieder und trugen Gedichte vor.
Anschließend fanden auf dem Spiel- und Sportgelände „Alte Spiele" statt: Eierlaufen, Kreiseln und Sackhüpfen sorgten für Bewegung und viel Spaß. Ein Bastelstand lud zum kreativen Tätigsein ein, und auch beim Flohmarkt gab es regen Andrang.
Bei Kaffee und Kuchen konnten sich alle wieder stärken und den Nachmittag ausklingen lassen.
Es war ein gelungener Tag und ein guter Start in den Frühling, der sich anfangs noch etwas launisch zeigte, aber den wir nun in vollen Zügen genießen können.
Frau Antje Klaus, Erzieherin
19.04.2008 Landesweiter Hospizbegegnungs- und Weiterbildungstag in Dessau
Die Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz Sachsen-Anhalt veranstaltete am Samstag den 19.04.2008 in der Anhaltischen Diakonissen Anstalt Dessau den diesjährigen Hospizbegegnungs- und Weiterbildungstag. Über 100 Teilnehmerinnen aus der ambulanten und stationären Hospizarbeit Sachsen-Anhalts haben daran teilgenommen. Als Hauptthema stand das wichtige Thema Trauerbegleitung auf dem Programm. Darüber hinaus ging es um Fragen der ambulanten, schmerztherapeutischen Versorgung und um die Qualität und Stärkung der Ehrenamtlichen. Mit Referenten aus Berlin, Dresden und Thüringen wurde ein qualitativ hochwertiges Programm geboten.
Unmittelbar mit den Vorbereitungen und der Organisation betraut waren in diesem Jahr die Hospizdienste in Dessau-Rosslau. Die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter des ambulanten Hospizkreises Dessau und des stationären Anhalt-Hospizes organisierten einen riesigen Kuchenstand, versorgten die Teilnehmer mit Kaffe und anderen Getränken und beteiligten sich an den Fortbildungsangeboten. Und für alle immer sehr wertvoll - der gemeinsame Erfahrungsaustausch.
Zurzeit sind landesweit ca. 450 ausgebildete, einsatzbereite Ehrenamtliche in den verschiedensten Städten und Kreisen engagiert. Fast alle Landkreise werden inzwischen erreicht. In den
4 stationären und 16 ambulanten Einrichtungen wurden im Jahr 2007 ca. 1.000 Menschen direkt in der letzten Lebensphase unterstützt. Erstmals befindet sich in Sachsen-Anhalt seit 2007 ein ambulanter Kinderhospizdienst im Aufbau. Mindestens 120 Menschen haben durch die verschiedenen Angebote von Trauerbegleitung Hilfe in der Trauerphase erfahren. In zahlreichen Veranstaltungen, Seminaren und Schulungen haben darüber hinaus ca. 1.500 Menschen, darunter viele Schülerinnen, Informationen zum Thema „Sterbende begleiten" aufgenommen.
Die Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz Sachsen-Anhalt freute sich besonders darüber, dass diesmal die Ministerin für Gesundheit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt, Frau
Dr. Gerlinde Kuppe, ein Grußwort sprach und so signalisierte, dass die dynamische Entwicklung der Hospizbewegung auch auf politischer Ebene wahrgenommen wird.
Anja Schneider, Leiterin des Hospizes
Jahresfest von ADA und DKD :
Schon jetzt möchten wir Sie auf den 07.09.08 hinweisen: Am ersten Sonntag im September wird auch in diesem Jahr wieder ab 14.00 Uhr unser Jahresfest gefeiert, wozu wir Sie ganz herzlich einladen.
Verantwortlich für den Inhalt: Oberin Hella Frohnsdorf,
Gropiusallee 3, Postfach 1806, 06815 Dessau
Bankverbindung: VB Dessau-Anhalt eG, Kto.Nr.: 1001345
(BLZ: 80093574)
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